Tankstellenpreise in Deutschland im europäischen Vergleich - en2x

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Tankstellenpreise in Deutschland im europäischen Vergleich

Berlin, 17.06.2026 | Frontier-Studie entkräftet Vorwürfe gegen die Branche

Eine Kurzstudie von Frontier Economics zeigt: In der Iran-Krise sind die Tankstellenpreise hierzulande nicht stärker gestiegen als in anderen europäischen Ländern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die zuletzt gegen die Branche erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen. 

Rund 20 Prozent der weltweiten Energieversorgung mit flüssigen Kohlenwasserstoffen, Kraftstoffen und Rohöl, sind durch die Sperrung der Straße von Hormus und die Beschädigung von Raffinerien und Ölförderanlagen in der Golfregion massiv beeinträchtigt. Dennoch gab es, Stand Mai 2026, in Deutschland und Europa bislang keine gravierenden Versorgungsprobleme.  

Dabei erschien die Situation im ersten Halbjahr 2026 zeitweilig paradox: Die Branche leistete mit ihrem Personal und ihrer Infrastruktur einen enormen Beitrag zur sicheren Energieversorgung. Das hat sie auch schon vorher getan. Die Krise hat die Bedeutung einer sicheren Versorgung mit Kohlenwasserstoffen jedoch noch einmal deutlicher werden lassen. Gleichzeitig wurden die Unternehmen nun aus Teilen der Politik und den Medien öffentlich stark kritisiert. Denn die Preise für Mineralölprodukte waren mit dem Beginn des Krieges kräftig gestiegen. Was sind die Gründe dafür? Wie steht Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern da?  

Vor diesem Hintergrund hat Frontier Economics im Auftrag von en2x eine Analyse durchgeführt. Diese hat zum Ziel, mehr Transparenz über die Gründe für unterschiedliche Kraftstoffpreise in verschiedenen europäischen Ländern (sowohl in ihrer absoluten Höhe als auch ihrer Entwicklung nach) zu schaffen und die Debatte damit zu versachlichen. 

en2x-Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Frontier-Studie entkräftet Vorwürfe gegen die Branche

Aus den Ergebnissen der Analysen ergeben sich aus Sicht von en2x wichtige Erkenntnisse und Schlussfolgerungen: 

Die absolute Höhe der Tankstellenpreise ist in Deutschland getrieben durch Steuern, Abgaben und das vergleichsweise hohe Ambitionsniveau der nationalen Umsetzung der RED-III. 

  • Steuern sowie weitere regulierungsbedingten Abgaben und Kosten erklären einen wesentlichen Teil des gehobenen deutschen Kraftstoffpreisniveaus 
  • Die ambitionierte Umsetzung der RED-III-Vorgaben in Deutschland führt zu zusätzlichen Kostenbelastungen mit impliziten Preiseffekten und wird in der öffentlichen Diskussion in der Regel nicht berücksichtigt 

In Deutschland gibt es einen funktionierenden intensiven Preiswettbewerb: Staatliche Markteingriffe in anderen Ländern führten im Vergleich nicht zu geringeren Preiserhöhungen. 

  • Der Anstieg der Produktpreise abzüglich Steuern, Abgaben und regulierungsbedingter Kosten („Residualpreis“) ist in Deutschland für Diesel geringer bzw. für Benzin vergleichbar zu dem in wesentlichen anderen europäischen Ländern 
  • Datenanalysen zeigen keinen strukturellen „Vorteil“ von regulatorischen Preiseingriffen auch im Vergleich zu Ländern mit regulatorischen „Preisobergrenzen“ oder Selbstverpflichtungen. Im Gegenteil: Länder mit Eingriffen in die Preise weisen zumeist sogar höhere Preise auf. 

Die kurzfristig nach Ausbruch des Iran-Kriegs erfolgten Beschlüsse zu Änderungen des Wettbewerbsrechts und der Regelungen zu Preisanpassungen (Kraftstoffmaßnahmenpaket) wurden ohne fundierte Analyse der Kraftstoffpreise im europäischen Vergleich und ohne Einschätzung der langfristigen Folgen für den Wirtschaftsstandort getroffen. 

  • Die Beschlüsse, insbesondere die Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, vergrößern die Rechtsunsicherheit für die Unternehmen, verursachen zusätzliche Berichts- und Dokumentationspflichten und führen schlussendlich zu höheren rechtlichen Risiken für Unternehmen 
  • In der Folge gefährden die schlechteren Standortbedingungen die Investitionsbereitschaft und perspektivisch auch die Versorgungssicherheit  

en2x will dazu beitragen, dass diese Fakten und Erkenntnisse auch in der öffentlichen Meinungsbildung Gehör und Beachtung finden – in der Diskussion mit unserer Branche und als Basis für zukünftige politische und gesetzgeberische Entscheidungen. 

Hier finden Sie die Kurzstudie und auch die Zusammenfassung der Frontier Economics Kurzstudie zum download

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