Schwerlastverkehr
Rund drei Viertel des innereuropäischen Warentransports erfolgen heute auf der Straße. Für den Klimaschutz ist das eine Herausforderung, denn schwere Lkw und Busse sind europaweit für etwa ein Viertel der CO2-Emisionen im Straßenverkehr verantwortlich, obwohl sie nur etwa 2,5 Prozent der Fahrzeuge ausmachen. Zusammen mit den leichten Nutzfahrzeugen beträgt der Anteil an den Emissionen sogar fast 40 Prozent.
Um zur Verringerung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor beizutragen, wollen die en2x-Mitgliedsunternehmen ihr Angebot an Energieträgern und Kraftstoffen weiterentwickeln. Produkte wie Strom aus erneuerbaren Energiequellen für elektrische Antriebe, Grüner Wasserstoff sowie erneuerbare Kraftstoffe biogenen und nicht biogenen Ursprungs können je nach Anwendung und technologischem Fortschritt dazu beitragen, den Einsatz konventioneller Kraftstoffe zu verringern.
Unterschiedliche Anwendungen sprechen für Technologiemix
Eine wesentliche Voraussetzung für einen Antriebswechsel ist der Aufbau einer leistungsfähigen Lade- und Tankinfrastrukturen für Strom und Wasserstoff.
Bis dies in der Fläche umgesetzt ist, könnten Kraftstoffe wie E-Fuels, HVO100, Bio-LNG und Bio-CNG die Treibhausgasemission je nach Herstellungsverfahren und Einsatzbereich zu geringeren Treibhausgasemissionen gegenüber konventionellen Kraftstoffen beitragen. Dabei können bestehende Motortechnologie und Teile der vorhandenen Tankinfrastruktur weiter genutzt werden.
Unsere Forderungen
Für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Straßengüterverkehr brauchen wir alle Lösungen. In Anbetracht der vielfältigen Anwendungsbereiche für Nutzfahrzeuge und der Herausforderungen im Schwerlastverkehr erscheint es aus Sicht von en2x sinnvoll, jede innovative Technologie in vergleichbarer Weise zu unterstützen. Technologieentscheidungen für einzelne Antriebsarten sollten der Entwicklung am Markt überlassen bleiben.
Wir brauchen rasch neue Infrastrukturen für den Schwerlastverkehr der Zukunft. Dafür wichtig sind ein vorausschauender Ausbau von Strom- bzw. Wasserstoffnetz, einheitliche und faire Zugänge zu Netzanschlüssen, die Erschließung neuer Flächen und schnelle Genehmigungsverfahren.
Flüssige und gasförmige Biokraftstoffe können bereits heute parallel zum Aufbau neuer Tank- und Ladeinfrastrukturen für batterie-elektrisch oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge auf die Treibausgasquote angerechnet werden und damit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Güter- und Personentransportverkehr beitragen. Gleichzeitig können sie Investitionen auslösen, von denen weitere Teilsektoren wie Luft- und Schifffahrt profitieren.
Mautregelung für Lkw: en2x veröffentlicht Impulspapier
Am 7. Oktober 2025 hat das EU-Parlament eine Änderung der Eurovignetten-Richtlinie beschlossen, die eine befristete Mautbefreiung für „emissionsfreie“ Fahrzeuge ermöglicht. Daraufhin hat die Bundesregierung am 9. Oktober 2025 eine Formulierungshilfe vorgelegt, die das laufende Gesetzgebungsverfahren ergänzt und diese Mautbefreiung bis 2031 in Deutschland umsetzen soll. en2x hat ein Impulspapier zum Vierten Gesetz zur Änderung mautrechtlicher Vorschriften (Mautregelung für Lkw) verfasst und an die verhandelnden Abgeordneten (Sprecher, Berichterstatter und Fraktionsspitzen der Koalition) versendet.
Regulatorik
Hier haben wir für Sie unsere Stellungnahmen und Einschätzungen zu wichtigen Regulierungen zusammen gefasst:
10.BIMSCHV: Paraffinischen Diesel Anerkennen
Die 10. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) stellt Anforderungen an die Beschaffenheit von Ottokraftstoffen, Dieselkraftstoff, Biodiesel, Ethanolkraftstoff, Flüssiggaskraftstoff, Erdgas und Biogas sowie Pflanzenölkraftstoff. Ihre Bedeutung geht allerdings weit über die technische Frage der Novellierung der Auszeichnung von Kraftstoffen an Tankstellen entsprechend den Vorgaben des europäischen Gesetzgebers hinaus. Sie ist zudem ein wichtiger regulatorischer Rahmen für den Einsatz verschiedener Kraftstoffoptionen im Verkehrssektor und damit für die Umsetzung verkehrsbezogener Klimaschutzmaßnahmen.
Energiesteuer: Klimawirkung von Kraftstoffen berücksichtigen
Die heutige Besteuerung von Kraftstoffen in Form der Energiesteuer orientiert sich überwiegend an Menge und Energiegehalt der zum Verbrauch gelangenden Energieerzeugnisse. Die Treibhausgaswirkung verschiedener Kraftstoffe wird dabei nur eingeschränkt berücksichtigt.
Aus Sicht von en2x könnte eine stärkere Berücksichtigung klimabezogener Kriterien zusätzliche Anreize für den Einsatz innovativer Kraftstoffoptionen im Verkehrssektor schaffen. .
Unsere Position
Daher sollte sich eine künftige Energiebesteuerung stärker an den jeweiligen Treibhausgasemissionen der Kraftstoffe orientieren. Kraftstoffe mit geringeren Treibhausgasemissionen über den jeweils zugrunde gelegten Betrachtungszeitraum könnten gegenüber konventionellen fossilen Kraftstoffen steuerlich differenziert behandelt werden.
Aus diesen Gründen unterstützen wir ausdrücklich den Vorschlag der EU-Kommission für eine grundlegende Reform der EU-Energiesteuerrichtlinie (ETD). Die Mitgliedsstaaten müssen sich nun für eine schnelle Umsetzung dieser Pläne auf europäischer und anschließend auf nationaler Ebene einsetzen, ohne das Ambitionsniveau in den anstehenden Beratungen zu verwässern.
RED: Novellierung und nationale Umsetzung muss schnell erfolgen
Die europäische Renewable Energy Directive (RED) legt zentrale Vorgaben erneuerbarer Energien im Verkehrssektor fest und bildet einen wichtigen regulatorischen Rahmen für die Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele.
Bis 2030 sollen 29 Prozent der im Verkehrssektor eingesetzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen oder alternativ die Treibhausgase um mindestens 14,5 Prozent reduziert werden. Wie die Staaten mit eigenen Gesetzen und Verordnungen dieses Ziel erreichen, ist ihnen überlassen.
Weitere Details zum Thema
CLEAN FUELS FOR ALL ist eine Initiative der europäischen Mineralölindustrie: Sie unterstützt das von der EU angestrebte Ziel der Klimaneutralität bis 2050 mithilfe von CO2-armen flüssigen Kraft- und Brennstoffen in allen Sektoren, in denen Mineralölprodukte verwendet werden – vor allem im Straßen-, Luft und Schiffsverkehr, aber auch im Wärmesektor.